ETFs für Einsteiger

Der richtige Einstieg in ETFs

Geht man nach den häufigsten Suchanfragen zum Thema Börse, oder schaut man in diverse Börsenforen, gibt es immer wieder die gleichen Fragen:

Was ist ein ETF?

Wie kaufe ich ETFs?

Wie richte ich einen Sparplan ein?

Wie finde ich ETFs im Internet?

Reicht ein ETF oder soll ich in mehrere ETFs Investieren?

 

Diese Fragen sollen hier geklärt werden.  Dafür gehe ich auf einige für ETFs wichtige Grundlagen der Akten und Börse ein. Anschließend erkläre ich Basiswissen zu Indizes, welche für ETFs besonders relevant sind. Dann ist alles für den erfolgreichen Einstieg in die ETFs vorbereitet, welche ich kompakt erläutern werde.  Screenshots auf dieser Seite sind von onvista.de. Diese Informationen stellen keine Anlageberatung dar.

ETFs für Anfänger

Grundsätzliches zu Aktien

Viele fangen bei ETFs leider gleich von hinten an und kaufen Produkte die sie nicht verstehen. Wer Produkte nicht versteht, kann deren Risiko nicht einschätzen.

Wer das Risiko nicht kennt, investiert die falschen Summen, streut nicht seine Investitionen, um das Risiko zu minimieren und hat vielleicht auch völlig falsche Vorstellungen vom Zeithorizont seine Anlage.

Was ist eigentlich eine Aktie?

 

Erwirbt die Gesellschaft Kapital von jemandem, der im Gegenzug an dem Unternehmen beteiligt ist, nennt man das Eigenkapital.

Wird das Unternehmen in eine bestimmte Anzahl von Anteilen eingeteilt und jeder Anteil in Form eines Anteilsscheines an Investoren verkauft, ist die Aktie geboren und das Unternehmen wird eine Aktiengesellschaft.

Das Geld für Aktien fließt dem Unternehmen zu und spült Geld für Investitionen in die Kasse. Die Ausgabe der Aktien kann privat an einen erlesenen Kreis oder öffentlich für jedermann zum Investieren erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Wie hoch ist Preis einer Aktie am ersten Tag?

 

Wird eine Aktie zum ersten Mal der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten, wird von einem IPO (Initial Public Offering – dt. erstes öffentliche Angebot oder Börsengang) gesprochen.

Das funktioniert vereinfacht dargestellt so:

Ein Unternehmen ist laut Schätzung 100 Mio EUR wert. 
Es bietet im Rahmen eines IPOs 10 Mio. Aktien zu einem Preis von 8 bis 12 EUR an. Dann kann jedermann Angebote mit Stückzahl (z. B. 10 000) und Preis (z. B. 9.5 EUR) abgeben (das sogenannte Zeichnen).

 

Warum nicht 10 EUR (10 x 10 Mio. ist doch 100 Mio.)? 

Weil die 100 Mio. EUR eine Schätzung sind.

Wenn die Schätzung nicht richtig war und die meisten Investoren das Unternehmen auf 85 Mio. Wert schätzen, zeichnet niemand oder nur wenige die Aktien und der Börsengang wird zum Reinfall ohne nennenswerten Ertrag.

Geben die Investoren Gebote für durchschnittlich 11 EUR ab und werden alle verfügbaren Aktien gezeichnet, fließen dem Unternehmen 110 Mio. EUR zu.

 

An der Stelle ist die Börse noch nicht im Spiel, hier werden die Aktien direkt vom Unternehmen an die Investoren verkauft – das nennt man Primärmarkt.

Die Börse

 

Wenn die Aktien über dem Primärmarkt verteilt sind, kommt der Tag der Börseneinführung (die Aktien werden emittiert).

 

Ich spreche hier von Börsen allgemein, es gibt Hunderte auf der Welt und einige auch in Deutschland. Man nennt sie auch Sekundärmarkt. Nicht jede in Deutschland emittierte Aktie ist an allen Börsen gelistet (oder anderes Wort: notiert). Jede Börse hat ihre Anforderungen an ein Listing (z. B. zu Verkaufsprospekten, Veröffentlichungspflicht usw.).

 

Damit eine Aktie für die Öffentlichkeit zugänglich ist, muss sie wenigstens an einer Börse notiert sein. Die Börse stellt die Preisnotierung (den Börsenkurs) während ihrer Öffnungszeiten sicher.

 

Aktien
Bulle und Baer

Der Börsenkurs

Wie kommt der Preis an der Börse zustande? Die Klassikerantwort: durch Angebot und Nachfrage. Alles klar?

Ich kann es zumindest technisch erklären:

 

Szenario 1: Ein Käufer gibt ein Kaufgebot für zehn Aktien zu je 10 EUR ab, ein Verkäufer ist bereit, zehn Aktien market bzw. bestens (egal, zu welchem Preis) zu verkaufen.

 

Das Geschäft über zehn Aktien wird zu 10 EUR abgewickelt und der Börsenkurs liegt bei 10 EUR.

 

Szenario 2: Ein Käufer sucht acht Aktien market bzw. billigst (egal, zu welchem Preis), ein Verkäufer ist bereit, 15 Aktien zu je 11 EUR zu verkaufen.

 

Das Geschäft wird über acht Aktien zu 11 EUR abgewickelt, und der Börsenkurs liegt bei 11 EUR. Der Verkäufer bleibt auf sieben Aktien sitzen, bis sich ein weiterer Käufer findet.

 

Szenario 3: Ein Käufer gibt ein Kaufgebot für zehn Aktien zu je 10 EUR ab, ein Verkäufer ist bereit, 15 Aktien zu je 11 EUR zu verkaufen.

 

Nichts passiert. Der letzte Kurs, zu dem mal was passiert ist (vielleicht Szenario 1), bleibt als aktueller Börsenkurs bestehen. 

Wenn den ganzen Tag nichts passiert, wird die Börse vielleicht mittags oder zum Börsenschluss einen theoretischen Preis veröffentlichen. In dem Fall 10,5 EUR, obwohl kein Handel zu diesem Kurs stattgefunden hat.

 

In der Realität gibt es nicht nur einen potenziellen Käufer oder Verkäufer, sondern Hunderte auf jeder Seite, mit unterschiedlichen Stückzahlen und Preisvorstellungen (Limiten). 

Ich werde Ihnen ersparen, das Orderbuch einer Börse abzudrucken. Selbst wenn Sie planen, Preisfeststeller (sogenannter Skontroführer) an einer Börse zu werden, muss ich Ihnen leider sagen, dass das seit vielen Jahren ein Computer macht.

ETF für Einsteiger

Was der aktuelle Aktienkurs ausdrückt

 

Der Aktienkurs, multipliziert mit der Anzahl der existierenden Aktien des Unternehmens, zeigt den Börsenwert, die sogenannte Marktkapitalisierung, an. Wenn ich das Unternehmen komplett kaufen möchte, werde ich theoretisch diese Marktkapitalisierung aufwenden müssen, um alle Aktien aufzukaufen. 

In der Praxis sieht das aber anders aus. Sobald ich anfange, Aktien in großem Stil von einer Firma zu kaufen, werden mir schnell die Verkäufer ausgehen, die mir die Wertpapiere zu einem vernünftigen Preis verkaufen. Dazu bin ich regulatorisch dazu verpflichtet, bestimmte Schwellenwerte (z. B. 10 %), die ich an dem Unternehmen halte, zu melden, sodass ich hier nicht heimlich alle verfügbaren Aktien einsammeln kann. 

 

Ich muss also entweder Verkäufer finden, die große Aktienpakete halten und denen ein lukratives Angebot zur Abnahme ihrer Papiere machen, oder ich mache ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre. Dieses sollte so lukrativ sein (z. B. 30 % über dem aktuellen Kurs), dass auch möglichst viele Anleger einwilligen, da sie sonst vielleicht auf einen Kursgewinn von 30 % viele Jahre lang warten müssten.

 

Dem Übernehmenden muss es jedoch wert sein, die Marktkapitalisierung + 30 % auszugeben, denn niemand verschenkt Geld. Die Gründe können vielfältig sein. Ein Unternehmen möchte sich vergrößern, indem es ein anderes übernimmt, um selbst das größte und mächtigste Unternehmen in seiner Branche zu werden. Das könnte für den Übernehmenden zukünftige Gewinne bedeuten, die den Kaufpreis wieder reinholen.

Der Aktienkurs zeigt zwar theoretisch den Wert des Unternehmens, doch ob dieser korrekt bewertet ist (fairer Wert), weiß so recht niemand. Analysten versuchen, den fairen Wert mit mathematischen Modellen (z. B. Discounted Cash-Flow) zu berechnen, doch hier steckt eine Gewinnerwartung der nächsten Jahre drin. Sie können sich bestimmt gut vorstellen, wie sicher es ist, die exakte Höhe der Gewinne z. B. in vier oder fünf Jahren zu prognostizieren. Entsprechend sind die Analysen und vor allem Kursziele mit Vorsicht zu bewerten. 

 

Was drückt der Aktienkurs aus?

 

Was drücken die aktuellen Aktienkurse nun aus? Die durchschnittliche Meinung zum aktuellen Wert der Marktkapitalisierung (zur Erinnerung: Marktkapitalisierung dividiert durch ausgegebene Aktien ist der Aktienkurs). 

Es gibt Marktteilnehmer, die der Meinung sind, dass die Marktkapitalisierung zu niedrig sei. Sie werden tendenziell die Aktie kaufen. Diejenigen, die sie für zu hochhalten, werden die Aktie verkaufen (falls sie diese besitzen) oder meiden. Findet der Durchschnitt aller potenziellen Investoren, dass die Marktkapitalisierung höher ist, als es der aktuelle Kurs ausdrückt (also nicht fair bewertet), wird die Aktie so lange steigen, bis der vermeintlich faire Wert erreicht ist.

Die Dividenden

 

Was sollte der Grund sein, in Aktien zu investieren, wenn sich zukünftige Gewinne von meinen auserwählten Unternehmen ohnehin nur schwer abschätzen lassen, sodass ich nicht zwingend auf Kursgewinne setzen kann? Die Gewinnbeteiligung – die sogenannten Dividenden.

 

Macht ein Unternehmen Gewinne, trifft es einmal im Jahr eine wichtige Entscheidung. Es behält die Gewinne im Unternehmen, um z. B. investieren zu können, ohne teures Fremdkapital zu leihen. Das ist häufig bei jungen Aktiengesellschaften der Fall, die stark wachsen.

 

Es kann aber auch die Gewinne oder Teile davon an die Aktionäre ausschütten. Die Aktiengesellschaft beschließt dann auf der Hauptversammlung, dass alle Aktionäre für jede Aktie, die sie halten, eine Dividendenzahlung bekommen.

 

 

Beispiel: Sie halten 1 000 Aktien der XY AG. Der Aktienkurs liegt momentan bei 20 EUR. Die Gesellschaft entscheidet sich zur Ausschüttung von 0,50 EUR Dividende. Sie bekommen 500 EUR (0,5 EUR mal 1 000 Aktien) ausgezahlt. 

 

Das sind 5 % Dividendenrendite auf ihre aktuelle Investition. Doch ist das für Sie ein Gewinn? Erst mal nicht. Sonst wäre es sehr einfach, am Tag vor der Hauptversammlung die Aktien zu kaufen, dann das Geld einzustreichen und anschließend die Aktien wieder zu verkaufen.

 

Auswirkung auf den Aktienkurs

 

Die Aktie wird mit der Auszahlung von 0,50 EUR auch im Aktienkurs um einen halben Euro fallen. Denn das Geld ist nicht mehr im Unternehmen, das Unternehmen ist durch die ausgeschüttete Dividende weniger wert. Was sie an Dividende bekommen haben, wurde Ihnen im Aktienwert wieder genommen. Ein Nullsummenspiel, womit Sie aber Geld gesichert haben, was Ihnen gehört, selbst wenn die Aktiengesellschaft übermorgen überraschend bankrott und der Aktienkurs am Boden ist.

 

 

Das Unternehmen wird in der Regel jedoch weiter Gewinne machen, mal mehr und mal weniger. Das wiederum kommt dem Börsenkurs zugute, sodass der Dividendenabschlag im Kurs schnell wieder reingeholt wird. Wird dieses Spiel jedes Jahr wiederholt, werden Sie irgendwann mehr Dividendenzahlungen bekommen haben, als Sie ursprünglich mal für die Aktien zahlten. 

 

Sie haben also die Möglichkeit, langfristig mit Aktien Geld zu verdienen, ohne von deren Kursentwicklung abhängig zu sein oder zu leiden, wenn nach 30 Jahren ein Unternehmen bankrottgeht. Es klingt zwar nicht sehr spannend, 20 Jahre zu warten, doch Unternehmen versuchen, ihre Gewinne und damit Dividenden stetig zu steigern. Das kann in der Praxis so aussehen:

 

Der Aktienkorb – die Indizes

 

Wer den Gedanken hegt, in ETFs zu investieren, sollte sich mit Indizes beschäftigen. Ein Index ist eine Zusammenstellung von Investitionen (Indexmitglieder, das können Aktien, Anleihen oder Rohstoffe beispielsweise sein) nach festgelegten Regeln und mit einem bestimmten Thema.

Themen könnten sein: Europäische Aktien, Amerikanische Aktien, große oder kleine Aktiengesellschaften, Staatsanleihen, Energierohstoffe

Zum Zeitpunkt der Indexauflegung startet er auf einem bestimmten Level, zum Beispiel 100 oder 1 000 Punkten, und in der Folge ändern sich die Punkte nach oben oder unten, je nachdem, wie die Indexmitglieder sich entwickeln und was das Regelwerk besagt.

DAX

Bedeutende Indizes

 

 
Berühmt sind aus deutscher Sicht sicherlich der Dow Jones und der DAX und in letzter Zeit immer mehr der MSCI World. Doch die 2 wichtigsten Indizes in der institutionellen Welt sind der S&P 500 und EuroStoxx 50. Die Aktienmitglieder dieser Indizes sind so liquide (es findet als viel Handel mit diesen statt), das Investoren Milliardensummen innerhalb kürzester Zeit darin investieren können.
 
S&P 500: Beinhaltet die 500 größten Aktiengesellschaften der USA.
Dow Jones Industrial Average: Beinhaltet die 30 größten Aktiengesellschaften der USA.
Nasdaq 100: Beinhaltet die 100 größten Technologiefirmen der USA.
EuroStoxx50: Beinhaltet die 50 größten Aktiengesellschaften aus dem EURO Währungsraum.
Nikkei 225: Beinhaltet die 225 größten Aktien Japans.
Hang Seng: Beinhaltet die 50 größten Aktien Hongkongs.
DAX, SMI, FTSE 100, CAC 40, FTSE MIB, IBEX 35: Sind die jeweiligen Leitindizes von Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien
 
In Deutschland gibt es noch neben dem Leitindex DAX auch den MDAX (mittelgroße Aktiengesellschaften) und SDAX (kleine Aktiengesellschaften.
 
Mit „Größe“ ist übrigens fast immer die Marktkapitalisierung der Aktien gemeint (zur Erinnerung: Marktkapitalisierung = Anzahl der ausgegebenen Aktien x aktueller Aktienkurs). Je größer die Marktkapitalisierung einer Firma, desto größer ihr Einfluss auf die Entwicklung des Index. 

Was ist mit dem MSCI World?

 

MSCI World

Der MSCI World ist ein internationaler Index der die größten 1.600 Aktienfirmen der Welt aus Industriestaaten abbildet. Da die größten Firmen der Welt aus den USA kommen, stellen diese der größten Anteil am MSCI World dar. Der Index bildet deshalb 70 % der USA, jedoch nicht der Welt hab. Das war in der Vergangenheit vorteilhaft, denn die USA hat in der Historie den stärksten Aktienmarkt gehabt.

Was sind Fonds?

Der Fonds ist für viele häufig der erste Berührungspunkt mit dem Finanzmarkt. Oft wird er von Filialbanken vertrieben und ist nicht selten ein Produkt der Bank selber. Ein Fonds ist Korb mit vielen Investmentprodukten wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien oder Beteiligungen und über die Hausbank zu erwerben. Diese werden von einem Fondsmanger verwaltet. Dieser sucht die Produkte aus, kauft oder verkauft sie und schätzt der zukünftige Wertentwicklung ein. Dafür bekommt er eine jährliche Vergütung die sich prozentual am Fondsvermögen bemisst. 
 
Übrigens… kein Fondsmanagement kann Marktentwicklungen sicher voraussagen. Er kann jedoch, wenn er gute Arbeit macht, den Fonds mittel- oder langfristig so steuern, dass er lukrative Erträge abwirft. Für den sicheren kurzfristigen Gewinn braucht er schon eine Glaskugel.
Glaskugel

Das Sondervermögen

 

Ein Fonds wird in Deutschland von Kapitalverwaltungsgesellschaften aufgelegt, diese administrieren das Vermögen. Zur Administration gehört unter anderem die Buchhaltung, die Fondspreisberechnung, das Risikomanagement, die Erstellung aller rechtlichen Dokumente, das gesetzliche Reporting und die Überwachung der Anlagegrenzen. 

 

 

Der Fondsmanager muss nicht zwingend Teil der Kapitalverwaltungsgesellschaft sein. Es gibt durchaus Zweipersonenunternehmen, die Fondsmanager sind und Investmententscheidungen treffen. Sie teilen ihre Anlageideen der zuständigen Kapitalverwaltungsgesellschaft mit, diese prüft die Zulässigkeit und beauftragt schließlich den Handel mit der Durchführung. 

 

Sowohl Handel als auch Vertrieb können außerhalb der Kapitalverwaltungsgesellschaft stattfinden. 

 

Verwahrt werden die Vermögensgegenstände bei der Verwahrstelle, diese kann ein wenig mit dem Wertpapierdepot verglichen werden. Die Verwahrstelle ist immer ein Kreditinstitut. Wenn Sie einen Fonds kaufen, gibt die Verwahrstelle Anteile an Sie aus, indem sie diese in Ihr privates Depot überträgt.

Schützt mich ein Gesetz?

 

 

Investmentfonds werden in der EU reguliert und heißen OGAW (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren), im Englischen heißten sie UCITS. Einfach ausgedrückt, sind es Fonds, bei denen der Gesetzgeber die Privatanleger schützt, indem er wichtige Regeln wie Risikostreuung, Verbot von hochspekulativen Geschäften oder auch Veröffentlichungspflichten (Prospekt, Berichte) vorschreibt.

 

Der Investmentfonds wird vom Kapitalverwaltungsgesellschaftsvermögen sowie der Verwahrstelle gesondert betrachtet, also nicht mit dem Gesellschaftsvermögen oder gar anderen Fonds vermischt. Deshalb nennt man den Fonds Sondervermögen. Seine wichtigste Eigenschaft ist, dass er vor der Insolvenz der Gesellschaft oder Verwahrstelle geschützt ist.

 

In Deutschland ist für Investmentfonds das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) relevant.

Was ist ein Indexfonds beziehungsweise ETF?

 

Indizes gibt es mittlerweile auf fast alles, was sich monetär sicher beziffern lässt. Sicher beziffern heißt, dass es eine neutrale Preisfeststellung gibt. Das ist bei börsengehandelten Produkten der Fall.

Da Indizes im Falle von Aktien einen guten Überblick geben, welche Länder oder welche Branchen gerade steigen oder fallen, bezeichnet man sie oft auch einfach als „Markt“. Der Markt steigt oder ist stark, der Markt fällt oder ist schwach, der Markt spielt verrückt oder schwankt – in der Regel ist damit immer die Entwicklung der wichtigsten Indizes gemeint.

Was hat das mit Fonds zu tun? Ein Fondsmanager ist dann ein erfolgreicher Manager, wenn er es schafft, den Markt zu schlagen, also besser als ein Index zu sein, der ungefähr das gleiche Thema abbildet wie sein Fonds. Indizes sind hier also ein Vergleichslevel, auch Benchmark genannt.

 

Exchange Traded Funds (ETF) oder auf Deutsch börsengehandelter Fonds weist von seinem Namen her auf eine wesentliche Eigenschaft bezüglich des Erwerbs hin. Er wird an einer Börse gehandelt, wie eine Aktie. Das hat zwei Vorteile: Zum einen gibt es keinen Ausgabeaufschlag, und zum anderen können Sie an einer Börse sekündlich den Fondspreis verfolgen.

 

Der Begriff Indexfonds passt jedoch viel besser und wird mittlerweile als Synonym für ETFs genutzt.

Jeder Index bildet einen Markt ab. Deutschland, USA, Europa, Asien, Entwicklungsländer, Welt, große Aktien, kleine Aktien, Technologie, Gesundheitswesen, Banken & Finanzen, Automobil, nachhaltige Aktien, dividendenstarke Aktien, Rohstoffe mit Agrar, Rohstoffe ohne Agrar, Renten – es gibt für alles, was sich berechnen lässt, einen Index. Gibt es einen Index, gibt es mittlerweile auch fast immer einen ETF, der genau diesen widerspiegelt.

ETFs für Anfänger

Die wichtigsten Elemente des ETFs

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Oben habe ich einen Ausschnitt eines Dax ETFs von der Finanzmarktseite onvista.de dargestellt und ein paar wichtige Elemente mit Zahlen markiert. Ich werde sie jetzt nacheinander erläutern.
 
1. WKN /ISIN: wichtig, wenn Sie den ETF handeln wollen!
Mit diesen Kennnummern (egal welche von beiden) können Sie bei ihrem Wertpapierdepotanbieter den ETF finden und kaufen.

2. Letzter Kurs:
 unwichtig!
Zum dem Preis fand der letzte Handel in dem ETF statt. Aufpassen, der Preis könnte je nach Kursanbieter oder Börse zeitverzögert sein.
 
3. Geldkurs: wichtig, wenn Sie den ETF verkaufen wollen!
Der Preis, zu dem Sie in diesem Moment verkaufen können, sofern Sie nicht eine bestimmte Stückzahl überschreiten. Die maximale Stückzahl steht hinter dem Kurs in Klammern.

4. Briefkurs:
 wichtig, wenn Sie den ETF kaufen wollen!
Der Preis, zu dem Sie in diesem Moment kaufen können, sofern Sie nicht eine bestimmte Stückzahl überschreiten. Die maximale Stückzahl steht hinter dem Kurs in Klammern.
 
5. Fondsvolumen: weniger wichtig!
Soviel Geld wurde in dem ETF aktuell von allen Anlegern zusammen investiert. Investiert der ETF in große Aktiengesellschaften, die sich in der Regel gut am Markt handeln lassen ist das Fondsvolumen irrelevant. Ist der ETF in kleine Aktiengesellschaften investiert, könnte er Probleme haben den Index jederzeit abzubilden, wenn er zu viel Fondsvolumen hat. Bei steigendem Index, muss der Fonds mit seiner gesamten Masse nachkaufen, dass kann bei kleinen Aktiengesellschaften nicht immer einfach sein.
 
6. Laufende Kosten: wichtig!
Die laufenden Kosten sind jährlich und können von Jahr zu Jahr variieren. Haben Sie auf einen Index mehrere Anbieter von ETFs zur Auswahl können Sie vergleichen, wer am günstigsten ist. Doch wenn die Anbieter unterschiedliche Fondswährungen oder Fondsvolumen haben, lassen sie sich nicht immer exakt vergleichen.
 
7. Benchmark /Index: wichtig!
Manchmal sind die ETF Namen so kryptisch, das man gar nicht mehr weiß, welchen Index abgebildet. Bei Benchmark sehen Sie es.
 
8. Replikationsmethode: mittelwichtig!
Physisch (es werden direkt die Aktien des Index gekauft), Sampling (nur die einflussreichsten Aktien des Index werden gekauft) oder synthetisch/swapbasiert (kein Aktie wird gekauft, es wird ein Vertrag mit einer Bank gemacht, die das Indexergebnis liefert und dafür eine Gebühr kassiert).
 
9. Ertragsverwendung: wichtig!
Ausschüttend (Dividendenzahlungen werden bar an ihr Referenzkonto überwiesen) oder Thesaurierend (Dividendenzahlungen werden wieder angelegt).
 
10. Inhalte: mittelwichtig!
Was die größten Positionen im ETF sind, sollten Sie schon wissen, wenn Sie sich mit der Benchmark beschäftigt haben. Interessant ist es zu sehen, was im ETF ist, wenn er swapbasiert gesteuert ist. Dann können sich in einem 100% USA ETF auf einmal europäische Aktien befinden. Das Ergebnis dieser Aktien wird dem Swappartner geleifert, der wiederum liefert die USA. Swap heißt auf Deutsch Tausch.
 

Was ist mit der Fondswährung?

Fondswährung Quelle: Onvista

 
Ein ETF hat eine Fondswährung. Alle Werte, egal welche Währung die Aktien haben, werden in die Fondswährung des ETFs umgerechnet und ergeben den offiziellen Wert des gesamten Fonds.
– Die Fondswährung sagt nichts über das Währungsrisiko aus.
– Kaufen Sie einen EUR denominierten S&P 500 ETF, haben Sie trotzdem das Dollarrisiko.
– Kaufen Sie an einer deutschen Börse einen ETF mit Fondswährung USD, werden Sie diesen trotzdem in umgerechneten EUR bezahlen.
 
Ist die Fondswährung denn überhaupt wichtig? Eigentlich nicht. Aber wenn ich einen ETF auf einen US Index kaufe, dann würde ich Fondswährung USD nehmen. Dann kann ich die Indexentwicklung mit der ETF Performance besser vergleichen.

Risiken von ETFs

 

Leider gibt es nichts ohne Risiko an der Börse. Egal ob Sie einen Aktien-, einen Anleihen- oder Rohstoff-ETF haben.
Wenn Sie einen Index kaufen, werden Sie das Einzelrisiko von Unternehmen minimieren können. Gerät ein Unternehmen im Index in Schwierigkeiten, wird aufgrund der Streuung von Indizes es wenig Auswirkungen haben. Indizes unterliegen im Wesentlichen 2 Hauptrisiken: Konjunktur und Marktzins.
 
Konjunktur
Viele kennen den Konjunkturzyklus (Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession) schon aus der Schule. Den meisten Unternehmen geht es im Aufschwung und Boom hervorragend, die Gewinne und Konsum der Bevölkerung steigen und das ist grundsätzlich gut für die Börse. Auch Rohstoffmärkte laufen in Zeiten von Boom und Aufschwung in der Regel gut. Es kann aber niemand taktieren und aus Aktienbörsen aussteigen, nur weil in den Medien gerade von Abschwung oder Rezession die Rede ist. An der Börse wird die Zukunft gehandelt. So finden die stärksten Aktienmarktanstiege in Zeiten der Rezession statt, nämlich dann, wenn der Markt ein Ende der schlechten Zeiten in naher Zukunft sieht. Dann will niemand erst einsteigen, wenn das Wirtschaftswachstum wieder anzieht und viele Aktien wieder teuer geworden sind. Die Börse reagiert auf Konjunkturzyklen bevor die Realwirtschaft betroffen ist.
 

ETF Risiken

Marktzins
Fast alles an der Börse hängt am Zins. Ist dieser hoch und Anleger bekommen durch das Verleihen von Geld eine Rendite, die nahe oder besser als Aktienrenditen sind, so ist das schlecht für die Börse. Wer investiert in schwankende Aktien, die vielleicht 8 % Rendite versprechen, wenn für 4 oder 5 % ein nahezu risikoloser Ertrag in Staatsanleihen generiert werden kann. Deshalb reagiert die Börse meistens sehr heftig bei überraschend angekündigten Zinsänderungen seitens der Zentralbanken.
 
 
Was heißt das für ETF Anleger?
Das man einen falschen Einstiegszeitpunkt erwischt kann passieren. Wenn man zum Börsenhöhepunkt mit einer Einmalanlage einsteigt, ist diese unter Umständen für viele Jahre im Minus. Ein Sparplan kann das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunktes abfedern, denn dieser kauft in guten wie in schlechten Zeiten. Damit wird man auch nicht den günstigsten Einstiegszeitpunkt erwischen, aber zumindest einen durchschnittlichen.
 
 

Beispielsparpläne und passives Einkommen

Hier möchte ich Beispiele für Aktien-ETF-Sparpläne zeigen. Es sind keine Anlageempfehlungen und dies ist keine 
Anlageberatung
Zu einer vernünftigen Anlageberatung gehört mehr als nur ein paar gute ETFs zu empfehlen. Die Einkommenssituation, das Alter, die Anlagedauer, das allgemeine Geldvermögen oder auch die Risikobereitschaft muss dafür geklärt sein. Ob eine Investition in den USA, Europa oder Asien mehr Rendite (oder weniger Verluste) zukünftig bringt, weiß niemand. Doch wie man eine Sparplansumme streuen kann, ohne zu viele Schnittmengen (und damit gleiche Risiken) zu haben, kann ich zeigen. Aber auch hier sei gesagt, Aktienmärkte korrelieren.

Wenn an einem Tag in einem Industriestaat es zu einem Börsencrash kommt, werden andere Industriestaaten in der Regel auch zu diesem Zeitpunkt Verluste machen. Jedoch kann es passieren das sich ein Markt schneller als der andere wieder erholt (in der Vergangenheit meist die USA)  oder einzelne Märkte über Jahrzehnte lang kein Allzeithoch mehr sehen werden (Beispiel Russland, Griechenland, Japan).

Für die Beispiele bitte auf die jeweiligen Tabs klicken.

Sparplan oder Einmalanlage für passives Einkommen mit ETFs?

 

Wie funktioniert passives Einkommen mit ETFs? Sie brauchen ETFs mit dividendenstarken Titeln und der ETF muss ausschüttend sein.
Dann bekommen Sie in der Regel alle 3 Monate Geld von dem ETF ausgeschüttet.
Beispiel: Sie kaufen den Fidelity US Quality Income ETF (A2DL7C) für 45.000 EUR. Sie bekommen dafür knapp 5600 Anteile (Stand 11/21). Für jeden Anteil gab es im Jahr 2021 0,21 USD. Das sind knapp 1200 Dollar, also 100 Dollar passives Einkommen im Monat.
 
Das Lukrative daran: Unternehmen versuchen jedes Jahr ihre Dividende zu steigern und machen dies in der Regel auch, wenn der Unternehmensgewinn dazu nicht gepasst hat. Wenn es bei einigen Firmen nicht klappt, ist es nicht so schlimm, wenn man in einen breit gestreuten Index investiert. Das bedeutet, auch wenn die Märkte fallen und sich der ETF vom Kurs her nicht so glücklich entwickelt, bleibt Ihr Einkommen. Denn die meisten Unternehmen schütten trotzdem aus und das meistens nicht weniger als im Vorjahr. 
 
Welche Probleme kann es geben? Erstmal brauchen Sie eine große Investitionssumme. Deshalb ist hier die Einmalanlage vorzuziehen. Ein Sparplan eignet sich mehr zum Vermögensaufbau und lebt von reinvestierten Dividenden (wenn die ETFs thesaurierend sind). In Deutschland schlägt ab ca. 800 EUR Dividenden auch noch die Steuer zu. 
Die stärksten Dividendenzahler gibt es in den USA. Die Ausschüttungen erfolgen somit in US-Dollar, bei Ihrem Privatdepot kommen sie umgerechnet als EUR Betrag auf Ihr Konto. Ist der Dollar schwach, schmälert das die Rendite wegen des Wechselkurs.
Möchten Sie sich von Ihrer Einkommensquelle verabschieden, weil Sie das investierte Geld brauchen, haben Sie auch noch das Kursrisiko des ETFs.
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Videos zum Webinar

5 Videos für den Einstieg in ETFs:

1x ETF Stammdaten 3:21min. Welche Eigenschaften von ETFs sind wichtig?

1x ETF Kauf bei der Postbank 1:48min. Wie kaufen ich online bei der Postbank einen ETF?

1x Sparplaneinrichtung bei der ING 1:49min. Wie richte ich online bei ING Diba einen Sparplan ein?

1x ETF Suche auf Onvista 4:22min. Wie finde ich ETFs auf Onvista?

1x ETF Suche auf JustETF 4:07min. Wie finde ich ETFs auf JustETF?

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Wie wird ein Sparplan eingerichtet?
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Wie finde ich ETFs im Netz?

ETF Elemente

Welche Elemente des ETFs sind wichtig?

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